Bewerbungen
Jetzt wirds ernst. Bewerbungen schreiben ist für viele – auch für mich – sowieso nicht einfach. Vorstellungsgespräche schon gar nicht. Aber was macht man, wenn zum üblichen Stress noch etwas so grundlegendes kommt wie die Frage, welche(n) Namen man angeben soll? Welche Pronomen verwendet man, schreibt man einen Vermerk? Outet man sich im Vorstellungsgespräch, am ersten Arbeitstag, später, überhaupt? Klar, der offizielle Name muss sein. Es handelt sich immerhin um eine Angelegenheit, bei der im Idealfall am Ende ein rechtsgültiger Vertrag geschlossen wird. Aber abgesehen davon stehen relativ viele Optionen offen, und irgendeine muss am Ende ausgewählt werden. Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Ich habe Vorschläge von „Schreib einfach deinen neuen Namen rein“ bis „Oute dich auf keinen Fall“ gehört. Meine bevorzugte Option ist, die Bewerbung erstmal so zu formulieren, als wäre ich weiblich, und am Ende in einem kurzen Satz zu erklären, dass ich trans bin und wie ich angesprochen werden möchte. Meistens trau ich mich das nicht. Aber die Versuche, die ich gemacht habe, haben gut funktioniert. Abraten würde ich hingehen davon, beide Namen auf einmal anzugeben, ob nun mit Klammern oder ohne. Das stiftet potenziell Verwirrung. Von der großen Entscheidung, ob ein Outing in die Bewerbung kommen soll oder nicht, hängt auch der Rest ab. Stichwort Gendern. Männlich? Weiblich? Neutral? Oder am besten ganz vermeiden? Auch da gibt es keine allgemeingültige Antwort. Macht, wonach euch ist. Es sollte nur alles zusammenpassen. Ich glaube nicht, dass es groß darauf ankommt. Und wenn doch, wollt ihr den Job eh nicht…
to be continued…
